Montag, Januar 22, 2007

Groundhopping

Letztes Wochenende war Chico in Sokolov, Kladno und beim Derby in Prag zu Gast.

1 Kommentar:

fuchsfanchico hat gesagt…

Geplant war ein ganzes wochenende im nachbarland. Wir hatten uns folgende hallen rausgesucht: klasterec nad ohri, louny, sazka arena prag, t-monile-arena prag, kraloupy. Es kam natürlich mal wieder alles anders. Aber der reihe nach:
Freitag Nachmittag 16uhr gings in bautzen los. Leider hatte der sturm kyrill so stark gewütet, dass der grenzübergang in oberwiesental geschlossen werden musste. Somit durften wir über altenberg tingeln. Zu unserer überraschung sah man auf tschechischer seite kaum sturmschäden. Pünktlich eine halbe stunde vor spielbeginn erreichten wir die eishalle in klasterec nad ohri. Leider war hier nix von einem eishockeyspiel zu sehen, lediglich ein training fand statt. Wir fuhren einfach noch ein paar kilometer weiter nach sokolov. Leider verfuhren wir uns in karlovy vary (nicht zum ersten mal), so dass wir den beginn des spiels vergessen konnten.

HC Banik Sokolov – HC Chomutov (Jugend, Dorust)
Bei gespielten 2:10minuten betraten wir die halle. Tore waren noch keine gefallen. Die halle besteht ringsrum aus tribünen, auf der gerade hinter den spielerbänken sind sitzbänke. Ansonsten erinnert die halle durch ihr dach sehr an die svianji arena in liberec, das vereinswappen erinnert stark an das der washington capitals.
Es war bereits das fünfte spiel mit chomutover beteiligung, was wir in dieser saison zu sehen bekamen. Bei diesem spiel wirkte auch ein weiblicher linesman (oder linesfrau) mit. Nach dem ersten drittel stand es 2:2, chomutov hätte schon 1:5 oder höher führen müssen. Am ende gewannen die gäste mit 3:6, alles in allem hätte der sieg deutlich höher ausfallen müssen.

Nun standen wir vor dem nächsten problem: wo können wir schlafen? Wir setzten uns in richtung kladno in bewegung. In rakovnik (etwa 15km vor kladno) wollten wir uns eine unterkunft suchen, leider nicht ganz einfach, wenn man dort erst gegen halb zwölf nachts auftaucht. Nach etwa 40minuten hatten wir dann aber eine recht passable und nicht allzu teure absteige gefunden.
Am Samstag besichtigten wir als erstes die eishalle in rakovnik. Tribünen gibs jeweils auf einer längsseite und hinter einem tor. Das nächste spiel wäre hier aber erst gegen Mittag gewesen, so dass wir nach kladno fuhren. Um die mautautobahn zu umgehen nahmen wir die ortsstraßen, was sich als glücksgriff erweisen sollte, denn genau am ortsanfang befand sich die halle. Oder besser: der hallenkomplex.
Dieser bestand aus dem fußballstadion, zwei eishallen und einem inlinehockey-stadion. Wahnsinn, so was hatte ich noch nie gesehen. Ein asphaltierter platz, mit bande und überdachter tribüne, die etwas 400leuten platz bietet. Im großen eisstadion trainierten gerade die profis vom hc rabat kladno (extraliga). In der nebenhalle (hala II) fand unser nächstes spiel statt

PZ Kladno – Mlada Boleslav (Schüler)
Es waren 14:26minuten gespielt, die gäste führten mit 0:1. es handelte sich um die trainingshalle, welche nur über zwei extrem kleine tribünen verfügt, ansonsten begrenzt sich der platz für zuschauer auf das stehen an zwei seiten am plexiglas. Mlada boleslav verschenkte durch nachlässigkeiten den sieg am ende mit 4:3. wobei auch die zeitnehmer ihre sympathie zur heimmannschaft erkennen ließen. Die letzten zwei sekunden (es hätte bully im drittel von kladno gegeben) wurden einfach mal weiterlaufen gelassen, was den gästetrainer fast zur weißglut brachte.

Danach machten wir noch einen kleinen abstecher in den hockey-shop, wo mir durch zufall eine playercards von branislav janos in die hände fiel.

Nun fuhren wir gen hauptstadt. Wir wollten schnell zur t-mobile-arena, um uns karten für das abendspiel zu besorgen und danach zur sazka arena, um das spiel der sparta dorust mannschaft zu sehen. Obwohl wir mit stadtplan und wegbeschreibung ausgestattet waren, war es uns nicht möglich die t-mobile-arena zu finden. nach geschlagenen eineinhalb stunden irrfahrt fanden wir dann doch die halle. Schnell wurde das auto in einer dunkel gasse abgestellt und die karten gekauft. Jetzt war es allerdings zu spät um noch zur sazka arena zu fahren, also besichtigten wir erst mal die t-mobile-arena. Wir schauten uns noch das letzte drittel des junioren spiels sparta prag – usti nad labem an. Bis zur 50.minute führte usti souverän mit 3:6. der schiri fands wohl zu langweilig und schickte die gästespieler gleich grüppchenweise auf die strafbank. Sparta verkürzte noch auf 5:6, das wars dann aber auch. Zwar erzielte sparta noch zweimal den ausgleich, welcher aber jeweils nicht gegeben wurde. Einmal war sich der schiri sogar so unsicher, dass er den torrichter befragte.
Wir verdrückten uns dann in die gegenüberliegende gaststätte GOL. Als wir wieder an die arena kamen waren noch etwa 90minuten bis zum spiel. Mittlerweile hatten sich die ersten fans eingefunden, der lokale radiosender hatte auch seinen stand aufgebaut. Die musik war allerdings etwas dürftig (4lieder kamen immer wieder in der selben reihenfolge, davon 2sparta lieder). Da es sich bei dem derby ums tv-spiel handelte wurden vor dem stadion ordentlich minifahnen und helme verteilt. Wir betraten dann die halle. Nachdem sich jeder die tschechische maxim-zeitung geschnappt hatte (die lagen dort zum kostenlosen mitnehmen parat) schlenderten wir durchs stadion. Wir stießen auf einen stand, an dem mehrere tausende palyercards verkauft wurden. Nach einigem suchen fanden wir auch bekannte namen (reznicek, janos, martin cinibilk). Nun aber schnell auf unsere plätze, was gar nicht so einfach war. Wir musste einige stufen hinter uns bringen, denn unsere plätze lagen im zweiten oberrang. Als wir vom trappenaufgang in den block kamen blieb uns erst mal der mund offen stehen. Ein wahnsinniger ausblick. Einfach geil.

Sparta Prag – Slavia Prag
Schiri der begegnung war ein ‚alter bekannter’.Herr sindler hatte schon das spiel liberec-karlovy vary vor ein paar wochen gepfiffen. Kurz vor spielbeginn waren die ersten ‘slavia’ rufe zu hören, was vom rest der halle mit gellendem pfeiffkonzert quittiert wurde. Slavia hatte etwa 500mann im gästeblock hinter dem tor versammelt, dazu noch einige hundert verstreut im stadion. Der sparta fanblock bestand aus etwa 1000leuten, welche das ganze spiel für stimmung sorgten. Zu beginn gabs eine chore mit leuchtfackeln und einem plakat, auf dem das sparta-s zu sehen war. Der slavia block erleuchtete durch wunderkerzen. Als das spiel losging gabs einen schnipselregen im sparta block. Bei sparta gabs sechs trommeln, slavia brachte es auf drei.
Slavia erwischte den besseren start und bestimmte das spiel. Die sparta fans übten sich im wechselgesang, wobei der fanblock ‚sparta’ brüllte und die gegentribüne mit ‚praha’ antwortete. Erste hingucker dann bei der ersten spielunterbrechung. Nicht wie in anderen stadien üblich gab es besenjungs, sondern besenmädls, welche den überschlüssigen schnee vor dem tor entfernten. In der neunten minute bezogen dann etwa 20 ordner vor dem slavia block stellung. In der 13.minute gab es eine rot-weiße zettel-choreo im slavia block, was von den sparta anhängern erneut mit pfeifkonzert kommentiert wurde. Bei gespielten 15:40minuten erzielte jiri dolezal im zweiten nachschuß das0:1. knapp zwei minuten später erhöhte radek dlouhy im powerplay auf 0:2. jetzt waren die sparta anhänger das erste mal verstummt. Das erste drittel war zu ende und slavia führte hochverdient. In der drittelpaus gab es so ne art showprogramm. 16 eiskunstläuferinnen boten so ne art line dance.
Zu beginn des zweiten drittels war wieder choreo zeit im sparta block. Es sollten zwei plakate hochgezogen werden, auf dem einen ein hofnarr in rot-weißen klamotten (slavia farben) und auf dem anderen ein affe in den selben sachen, dazu ein spruchband. Allerdings gab es beim ausrollen probleme, ein plakat war falschrum. Die ersten fans wurden ungeduldig, weil sie vom spiel nix mitbekamen und rissen das plakat runter. Diese choreo war voll misslungen. Derweil traf slavia den pfosten. In der 24.minute dann eine rot-gelb-blaue zettelchoreo im sparta block. Sparta machte jetzt deutlich mehr druck und kam bei 25:49minuten durch ondrej kratena zum verdienten anschluß. Zu diesem zeitpunkt saß igor rataj auf der strafbank. Rataj in diesem jahr übrigens mit blau weißen handschuhen unterwegs. In der 32.minute dann eine choreo im slavia block mit rot weißen luftballons, welche anschließend fein säuberlich nach und nach zum zerplatzen gebracht wurden. Das spiel rollte so voran, ohne wirklich für aufregung zu sorgen. Zu beginn des dritten drittels gabs die nächste choreo bei sparta. Ein plakat mit einer brennenden schüssel gabs zu sehen (sollte die sazka arena darstellen) und ein spruchband, auf dem grob übersetzt ‚verbrennt die sazka’ stand. Dann gings schlag auf schlag. Sparta erzielte bei45:51 in überzahl den ausgleich, torschütze war tomas netik. Nur 31sekunden später ging sparta zum ersten mal in führung durch ondrej kratena. Jetzt stand slavia mit leeren händen da. bis dahin waren die gästefans kaum zu hören. Erstaunlicher weise wurden sie nach dem rückstand auf einmal wach und feuerten ihr team an. Slavia drückte auf den ausgleich. Derweil schwappte die la-ola welle durchs stadion. Bei 54:28minuten erzielte michal sup in überzahl den ausgleich zum 3:3. die letzte großchance des spiels vergab jaroslav hlinka zwei minuten vor schluß. die sechs tore wurden von 13299zuschauern gesehen.
Die verlängerung blieb ohne zählbarem erfolg, so dass es im penaltyschießen auf die goalies ankam ( tomas duba bei sparta und lukas hronek bei slavia).
Nachdem ton und hlinka bzw. hlavacka und cervenka getroffen hatten, war es erneut cervenka, der als insgesamt zwölfter schütze seine mannschaft zum sieg schoss. Somit war das spiel nach anstrengenden 3stunden und 5minuten zu ende. Jetzt galts für uns gedult zu bewahren, denn die ausgänge waren für diese menschenmassen viel zu klein.
Der weg nach hause verlief ohne besondere vorkommnisse, vielleicht gibt’s als sahnehäubchen sogar noch ein schönes foto ;)